Erhalt eines sehr seltenen Lebensraumes - Kontinuität ist gefragt!
Vor ca. 20 Jahren hatte Ottfried Wüstemann aus Sorge die Idee; dem Schwermetallrasen an der Warmen Bode bei Tanne, einem sehr seltenen und streng geschützten Lebensraum, dem Armerietum halleri , wie der Fachmann sagt, das Überleben zu sichern.
Seine guten Kontakte zum Harzklub Zweigverein Tanne e.V. und zum NABU Kreisverband Harz e.V. hier war er Vorstandsmitglied bis zu seinem viel zu frühen Tod, trugen dazu bei, dass die Idee auch in die Tat umgesetzt werden konnte.
So fand am Samstag, dem 15. August 2026, wieder der alljährliche Pflegeeinsatz an der Warmen Bode bei Tanne statt.
Trotz der 30 °C Außentemperatur, beteiligten sich 10 Mitglieder der oben genannten Verbände an den Arbeiten. Es wurde die komplette Fläche gemäht, die Biomasse abgeharkt und aus dem Areal der dort u.a. vorkommenden Kupferblume ( Harzer Frühlingsmiere, Minuartia verna ssp.hercynica ) entfernt.
Das Gewöhnliche Leimkraut / Taubenkropf ( Silene vulgaris var. humilis) toleriert ebenfalls Schwermetall belastete Flächen, so kommen beide Arten auf dem Standort der bereits 1226 erstmals urkundlich erwähnten Kupferhütte vor.
Erzhütten, aber auch Glashütten, wurden im Harz häufig dort etabliert, wo die hierfür nötige Energiequelle ausreichend vorhanden war. Das war zu dieser Zeit die Holzkohle. Da der Transport der Holzkohle zu den Erzvorkommen viel aufwändiger war als umgekehrt, hatte man die Hütten mitten im Wald aufgebaut.
Übrigens, von den schwermetallhaltigen Schlackeresten geht keine akute, unmittelbare Gesundheitsgefahr aus Pilze, Beeren und Kräuter sollte man im unmittelbaren Umfeld der alten Bergbauflächen allerdings nicht sammeln.
Gunter Karste
